| Berichte |
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| Datum: 25.8.2006 |
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eine 8-Millionn Stadt ...
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wer eine grosse Reise vorhat ....

Motto: der sollte auch etwas dafür vorbereiten ...
die Einleitung zu diesem Bericht habe ich bereits in meinem
Tagebuch
erzählt, also hier der Rest dieser anspruchsvollen Reise.
Also, ich habe am Donnerstag Abend, nachdem mein Gastvater "unüblich spät" von der Arbeit nach
Hause gekommen ist, nach den Tickets gefragt. Plötzlich herrscht eine unangenehme Stille.
"Sein Freund konnte keine Tickets mehr erhalten", wurde mir erklärt!
"Nun gut, ich werde nun zum Bahnhof fahren und mir Tickets kaufen!" Recht erstaunt über
meine Reaktion erhielt ich erst nochmals eine stündige "Computer-Übersetzungskonversation"
in der mir alle Faktoren in allen möglichen Varianten erklärt wurden. Danach habe ich ihm
erklärt, er solle mir sagen welcher Bahnhof es nun ist und ich würde "jetzt und nicht später"
gehen und mir Tickets kaufen. Er hat klein beigegeben. Gemeinsam fuhren wir mit dem Bus zum
Bahnhof. Am Ticketschalter wurden wir schliesslich auch darauf aufmerksam gemacht, dass es
keine Tickets mehr gibt. Den "Ich habe es dir ja gesagt"-Blick habe ich stillschweigend
ignoriert, denn wir hatten kaum das Wort Qingdao ausgesprochen, als sich mindestens fünf
Personen zu uns gesellten und Tickets verschiedenster Art, quasi unter der Hand angeboten
haben.
Leider reichten meine chinesischen Sprach- und Schriftkenntnisse genau zu diesem Zeitpunkt nicht aus, um zu
realisieren, was denn nun genau auf den Tickets geschrieben stand. Auch nicht als die Preise
genannt wurden. Schade, ich hätte das erste Ticket nehmen sollen. Zum Preis von 240 Yuan
(Originalpreis 215) hätte ich zumindest den Weg nach Qingdao in den Händen gehalten. Am
Schluss, nach 90 Minuten, habe ich 300 Yuan bezahlt, für einen Schlafplatz im unteren Bett
(harte Klasse).
Glücklich wer sein Ticket in den Händen hält. Also rasch wieder zurück nach Hause, packen
und los geht es mit der Reise.
Ich hatte nur eine ungefähre Ahnung, wie es in einem Schlafwagen der chinesischen
Zuggesellschaft aussehen wird, ich war sehr überrascht, über die Sauberkeit. Auch wenn die
einzelnen Betttücher, Kopfkissenschoner und Wasserbehälter schon viele Jahre alt sind und
vermutlich bereits mehrere hundert mal gebraucht, gewaschen und wieder gebraucht wurden,
sahen sie ansprechend aus und ich brauchte mir keine unnötigen Sorgen über die Hygiene zu machen.
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Pünktlich um 22:00 Uhr ging es los. Schon nach wenigen Minuten schlafe ich also wunderbar
in meiner offenen Schlafkoje in einem Zugabteil mit rund 90 Betten (jeweils 3 Betten
übereinander) ein.
Kurz vor Qingdao erhalte ich wieder mein Ticket zurück, welches am Vorabend gegen eine
Platzkarte eingetauscht wurde, schliesslich wird man in der Nacht rechtzeitig vom Personal
geweckt, falls man unterwegs aussteigen möchte.
In Qingdao werde ich von der älteren Schwester gemeinsam mit ihrer Tochter abgeholt und
da es seit rund zwei Stunden regnet fahren wir mit "einem Freund des Mannes" quer durch
die Stadt zu den einzelnen Besichtigungspunkten.
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Ich bin mir nicht ganz sicher, aber da ich noch nicht alle Kontinente bereist habe, könnte
ich fast meinen, ich hätte die Skyline von Qingdao bereits an einem anderen Ort gesehen
(Copy und paste, made in China)
Entgegen den bisherigen Wetterverhältnissen von Beijing ist es in Qingdao eher regnerisch "kühl" bei
27°
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in Qingdao wird überall gebaut. Entlang der Strasse sind die grossen Plakate der neuen Wohn- und Geschäfts-
siedlungen gross dargestellt. Wenn alles realisiert wird, wird man im Jahre 2008 die Strandpromenade kaum wiedererkennen.
Auch abseits der rund 20km langen Stadt werden ganze Wohnquartiere für mehrere 10000-Personen aufgestellt.
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aber auch hier trifft man an den verschiedensten Plätzen sogenannte Buddha-Tempelanlagen an.

Da auch
Qingdao zu den olympischen Städten gehört, wird auch hier fleissig renoviert resp. neugebaut.
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Am Samstag wollte ich eigentlich die Stadt näher kennenlernen. Doch der Morgen brachte einen gewaltigen
Regenguss. Innert Minuten standen die Strassen unter Wasser und es sollte noch weitere drei Stunden so weitergehen.
So habe ich den Arbeitsplatz meiner Betreuerfamilie kennengelernt. In einer der nahegelegenen (rund 60 Minuten Autofahrt)
Privat-Universitäten ist er für rund 50 Köche und sonstige Küchenangestellte verantwortlich.
Auf dem Campus leben zur Zeit rund 15'000 Personen, die täglich verpflegt werden wollen. Täglich stehen mindestens 8-10
verschiedene Menüs zur Auswahl.
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Und so erhalte ich die Gelegenheit, nach einem Rundgang durch die Küche, mich gleich selbst,
von den Kochkünsten seiner Brigade zu überzeugen. Und ich kann sagen, ausgezeichnet! Auch wenn ich nicht
alle Bestandteile dieses Mittagessens kenne.
Den restlichen Teil des Nachmittages verbringe ich auf dem Gelände der Universität. Rund 5000 neue Schüler
werden sich am heutigen Samstag an diesem Ort einschreiben und für drei Jahre hier studieren. Trotz einfachster
Verhältnisse herrscht hier ein regelrechter Kampf, um möglichst rasch den Marathonlauf quer durch den Dschungel
der Bürokratie zu erledigen. Jeder Student/In erhält das Standard-Ausrüstungspaket und den zugewiesenen
Schlafplatz.
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Im Anschluss an das Gespräch mit dem Schuldirektor, der mir gleich einen Job als Englisch-Lehrer anbieten wollte (Monatssalär umgerechnet
ca. CHF 3'000), fahren wir zum zweiten Arbeitsort. Ebenfalls eine Universität, aber hier warten täglich 20'000 Schüler auf eine
Verpflegungsmöglichkeit. Ich sollte noch erwähnen, dass dieser Ort die Kapazitäten in den nächsten zwei Jahren
verdoppeln wird. Die Gebäude sind bereits im Rohbau fertiggestellt ....
Am Abend ziehe ich los und betrachte die Abendparty des Bierfestival's auf einem der "Dorfplätze". Hier werden
verschiedene Schnelldrinkwettbewerbe (aus der Flasche, mit dem Röhrchen, aus dem grossen oder kleinen Glas) durchgeführt.
Natürlich kann man an den verschiedensten Ständen, die ausgezeichnete Küche von China probieren. So zum Beispiel
kleine schwarze, gegrillte Skorpione oder sonstiges "Getier".
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Am Sonntag geht es schliesslich wieder zurück nach Beijing. Ich sollte natürlich erwähnen, dass ich kein vollständiges
Rückfahrtticket besitze. Sondern nur einen reservierten Platz für den ersten Drittel der Reise. Scheinbar kann man im Zug noch
Tickets kaufen. Aber eben nur Tickets, keine Sitzplätze und der Rest der Reise verbringe ich, wie viele Dutzend andere Reisegäste
entweder stehend oder "kauernd" im Zwischengang des Eisenbahnwagens. Zum Glück dauert die Reise nur noch knapp sieben Stunden.
Endlich in Beijing, weiss ich schon gar nicht mehr, ob ich überhaupt noch laufen oder stehen kann.
Qingdao ist eine Reise wert, für Fischliebhaber sowieso ....
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