Turnfahrt 8.+9. September 2012
Grosse Scheidegg - First - Grindelwald - Jungfraujoch
"nordisch schlafen - immer schön cool bleiben !"
Zum Motto "nordisch schlafen - immer schön cool bleiben!", liess sich der Organisator auch dieses Jahr einiges an ausgefallenen Ideen einfallen.

Wie immer, wenn das Wochenende zur Turnfahrt ausgeschrieben ist, beginnt der Tag wahrlich in den frühen Morgenstunden. 06:00 Uhr - Passerelle Gleis 10, Abfahrt mit dem Zug in Richtung Luzern und erste Verpflegungsmöglichkeiten aus dem Rucksack des Reiseleiters. Noch waren nicht alle Gesichter wach doch glücklicherweise hatte keiner der Teilnehmer die gute Laune zu Hause gelassen und so gestaltete sich die Zugfahrt als ausgezeichneter Start in den Morgen ...

In Luzern, Nebel herrscht - kein Licht dringt durch, stiegen wir um in den Golden Express Richtung Brünig, Meiringen. Kurz vor den Höhen des Brünigpass, genossen wir die Sicht über das Nebelmeer und die freie, belebende Wirkung des stahlblauen Himmels, mit viel Sonnenschein !!! Während der Fahrt nach Meiringen konnten die sieben Zwerge auch die letzte Pendenz des Tages abhacken, wir hatten mit Marianne unser Schneewittchen gefunden. In unserem Fall war jedoch nicht die böse Königin das Problem, sondern vielmehr der böse König, der wachsam ein Auge auf uns sieben Zwerge hielt und jede noch so kleine Geste argwöhnisch beobachtete. Erst als er von unserem süssen Appenzeller und Apfelschampus kosten durfte, hellte sich seine Miene merklich auf und die sieben Zwerge waren wieder richtig glücklich ....

In Meiringen ging es nach einer kurzen Pause mit dem Postauto hinauf zur Grossen Scheidegg und auch endlich zum langersehnten ersten kühlen Bier unter freiem Sonnenhimmel. Welch Genuss, gestärkt für die anstehende Wanderung hinauf zur First oberhalb von Grindelwald. Eine wunderschöne Wanderung erwartete uns und alle genossen diesen herrlichen Sonnentag. Die kurze Pause diente unterwegs, die Batterien wieder frisch aufzuladen und alle erreichten schliesslich den Gipfel.

Jetzt konnte das Motto so richtig beginnen, denn unter der Aussage "immer schön cool bleiben!" wurden die Nerven auf's Höchste in Anspruch genommen. Der First-Flyer (www.jungfrau.ch) bietet auf 800 Metern gespanntem Stahlseil das berauschende Gefühl mit etwas über 80 Stundenkilometer in Richtung Schreckfeld zu fliegen. Dies nicht etwa alleine, sondern mit drei weiteren Höllenreitern ... (Youtube-Link)

Kaum abgestiegen ging die Fahrt mit der Gondelbahn weiter in Richtung Borg zum verdienten Apéro mit kurzer Verpflegung aus dem Rucksack. Noch immer unter dem Einfluss des Flugerlebnisses bestiegen wir die Trottinet's zur Talfahrt nach Grindelwald.

Der Reiseleiter eröffnete die Fahrt, um nach der ersten Kurve die vorbeisausenden Zwerge aufnehmen zu können, später sollten die Zwerge zusehen können, wie erst einer der Zwerge Bekanntschaft mit dem harten Belag der Strasse machte und kurz darauf auch der Reiseleiter sich mit einer Notbremse hinaus auf's Feld, mutig über den Lenker warf und zu Boden ging ... Der Rest der Fahrt verlief ohne weitere Zwischenfälle und alle erreichten Grindelwald mehr oder weniger "heil".

Bevor die Reise weiterging, hatte der Reiseleiter den Business-Lunch in einer der Bäckerein abgeholt und so wurde die Weiterfahrt hinauf zur Kleinen Scheidegg als Möglichkeit genutzt, sich erneut zu stärken. Auf der kleinen Scheidegg war schliesslich allen klar, wohin uns der nächste Zug führen würde - Jungfraujoch - TOP OF EUROPE!

Ralf, welcher immer wieder während einer Woche seinen Arbeitseinsatz zu Gunsten der Swisscom auf dem Jungfraujoch absolviert, hatte gemeinsam mit dem Reiseleiter, und dies wussten die Zwerge noch nicht, nicht nur die Fahrt hinauf, eine Besichtigung und die anschliessende Rückfahrt (China-Short-Visit-Tour, resp. Japanese-High-Mountain-Visit-Program), sondern auch gleich eine Übernachtung auf 3700 Metern über Meer organisiert. Doch davon später noch mehr ...

Die mehr als nur faszinierende Fahrt hinauf zum Jungfraujoch liess nur einige Wenige völlig unbeeindruckt, ganz im Gegenteil zu den tausenden von Läuferinnen und Läufern, die sich von Interlaken hinauf zur Kleinen Scheidegg quälten, um den Jungfrau-Marathon als "Finisher" abschliessen zu können...

Die beiden Zwischenhalte, kurz aussteigen, Winterlandschaft bestaunen, wieder einsteigen, verliefen ohne weitere Vorkommnisse, so dass wir uns auf die Führung auf der hochalpinen Wetterstation "Sphinx" freuen durften. Der technische Leiter ermöglichte uns die Einsicht in beinahe sämtliche Installationen und wir erfuhren, dass die Messgeräte derart fein eingestellt sind, dass wenn jemand auf der Sphinx-Terrasse rauchen würde, dies sofort als "Luftverschmutzung" erkennbar sein würde. Daher Rauchverbot für den anschliessenden Sphinx-Apéro, unter stahlblauem Himmel, umgeben von einer absolut faszinierenden Winter- und Berglandschaft...

Einige waren froh, dass der Apéro schon bald wieder vorüber war, und wir gemeinsam den Weg zurück zur Hauptstation antraten, denn langsam machte sich die Höhe von etwas mehr als 3400 Meter bemerkbar. Müdigkeit und leichter Druck auf dem Körper zeigten, dass wir uns in einem, für uns nicht sehr gewohnten Umfeld aufhielten.

Es folgte nun eine weitere Überraschung für die Teilnehmer! Mit dem kleinen Elektrozug fuhren wir aus dem Hauptgebäude los, unterquerten den wandernden Gletscher des Jungfraujoch, passierten die Heilige Barbara, Schutzgöttin der Tunnelbauer und erreichten die steilste Standseilbahn der Schweiz. Die letzten 200 Höhenmeter zog uns das Seil sicher bis zum Eingang der Swisscom-Station.

Erwartet wurden wir von einer berauschenden Aussicht auf das Berner Alpenpanorama! Während nun die grosse Zeit der Angewöhnung folgte, denn auf dieser Höhe braucht alles sehr viel mehr Zeit, zogen sich die beiden Organisatoren in die Küche zurück, um das Nachtessen zu vollenden. Ralf hatte bei seinem letzten Eisatz, die nötigen Einkäufe getätigt und vorgekocht, so dass jetzt nur noch aufgewärmt und mit den frischen Zutaten verfeinert werden musste. Unterdessen hatten die Teilnehmer die Zimmer bezogen, je nachdem noch eine kleine Horchpause eingelegt, und strömten nun an den gedeckten Tisch. Im Anschluss an das üppige Mahl fand die Turmbesichtigung statt. Da so gut wie keine Installationen der Swisscom mehr vorhanden waren, mussten wir mit dem Werbefilm vorlieb nehmen und konnten uns ganz auf den nächsten Höhepunkt konzentrieren. Gegen Mitternacht, eigentlich sollte der Mond scheinen (Anm.Redaktion: dieser war noch hinter der Jungfrau versteckt und erschien erst eine Stunde später...), wurde zum Mondschein-Apéro auf die Plattform gebeten und unserem späteren Geburtstagskind, der nur ein wenig "Mondsüchtig" ist, die Aufwartung gemacht und zugeprostet (Es fanden noch keine Gratulationen statt). Da die Temperaturen auf 3700 Meter um Mitternacht schon deutlich unter Null Grad lagen, wurde der Rest des "Appenzeller Mondschein-Bier" in der angenehmen Stube der Swisscom-Mitarbeiter genossen...

Für viele war es das erste Mal überhaupt, weit über 3500 Meter über Meereshöhe in einem Bett mit nordischer Bettdecke zu schlafen, so war es denn auch nicht verwunderlich, dass nur die geübten, ohne Schlafunterbrechung wie ein Stein durchschliefen ... So waren denn auch viele froh, dass endlich mit den Vorbereitungen zum Morgenessen begonnen wurde. Diesmal stand Ralf in der Küche und kochte zusätzlich zu den aufgedeckten lokalen Spezialitäten noch frische Spiegeleier mit gebratenem Speck. Besten Dank für diesen tollen Service!

Der zweite Tag auf der Jungfrau galt der Besichtigung der gesamten Anlage. Gut, zuerst musste noch aufgeräumt, Rucksack gepackt, Anlage verschlossen, Standseilbahn hinunter gefahren und letzlich Elektrozug zurückgefahren werden, Doch anschliessend erlebten wir den ganz normalen "Wahnsinn" auf dem Jungfraujoch. Nein, nicht ganz, denn mitten im Eisgletscher, wo sich die Touristen im blanken Eis bewegen, öffnete sich für unsere kleine Gruppe, eine kleine Türe und wenige Stufen führten uns in eine ganz spezielle Bar, die Eisbar des Jungfraujoch mit eigener Curlingbahn. Der Apéro war bereits aufgetischt, der Degustations-Schnaps stand bereit und alle freuten sich erst auf das kleine CurlingTurnier und anschliessend auf den Genuss der Rugenbräu Spezialität - SwissHighland-SingleMalt Whisky "ICE LABEL". Die Geschichte zum Curling-Turnier ist schnell erzählt, mit zwei Steinwürfen die aufgestellte Holzfigur entweder einmal oder gar zweimal umwerfen wird Sieger. Im Stechen mit zwei Treffern galt es zwischen Ralf und Dani Fringeli den Stein möglichst nahe zum Zentrum zu schieben. Der Gewinner: Daniel Fringeli - herzliche Gratulation. Die Degustation des SwissHighland-SingleMalt Whisky "ICE LABEL" auch kurz erzählt - Riechen, Schnuppern, in kleinen Schlucken trinken und unendlich geniessen....

Danach mischten wir uns wieder unter die Hunderte von Touristen in einer Winterlandschaft, die seines Gleichen sucht. Und das Jungfraujoch bietet natürlich auch die ultimative Gelegenheit, ganz spezielle Foto-Shooting's durchführen zu können. Ausgiebig genossen wir dieses Paradies auf über 3500 Metern, und bevor wir uns wieder in Richtung Kleine Scheidegg auf den Weg machten, nutzten wir die Gelegenheit, eine echte "chinesische Zwischenmahlzeit" [Suppe in Kartonbecher, mit heissem Wasser auffüllen und "geniessen..."] einzunehmen und langsam wieder hinunter zu fahren. Das Bild, dass wir dort antrafen, glich jenem vom Vortag, Hunderte von Läuferinnen und Läufern quälten sich den Berg hinauf, aufgereiht wie eine wertvolle Perlenkette.

Wir aber fuhren gemütlich hinunter, verpflegten uns erst auf der Kleinen Scheidegg, später in Grindelwald und schlussendlich während der langen Zugfahrt zurück ins Baselbiet.

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     


     
     
     
     
     
     
Hier noch der Link zu den Fotoaufnahmen von Dani F
Hier der Link zum aussergewöhnlichen Fotoshooting "A Star is born on Jungfraujoch"
Bericht vom 30.9.2012 - published 5.10.2012
Fotoalbum (1280*960)

Bilder von Jürg Gutzwiller
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