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Turnfahrt 2010
Sattel - Grosser Mythen - Ibergeregg - Morschach
11. und 12. September 2010
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Das zweite Wochenende im Monat September ist jeweils für die Turnfahrt reserviert. Wie bereits in den vergangenen Jahren erhielten die
Teilnehmer nur gerade minimale Informationen zur Reise, eigentlich nur das jeweilige Motto, den Treffpunkt, sowie Details zur Packliste.
Hier also die wichtigsten Daten aus dem Infoschreiben:
· Treffpunkt: 06:05 Uhr Bahnhof Basel, Passarelle
· 3 ½ Stunden Höhenweg/Panoramaweg
· Badehose, kleines Badetuch, leichte Outdoorschuhe
· Viel gute Laune und natürlich Durchhaltewillen
Und so standen am Samstag, frühmorgens, sieben Turner, bereit eine Reise zu tun. Die Reise startete mit einer Zugfahrt nach Luzern und
wie es sich gehört, mit einem richtigen Frühstück. Erst ein backfrisches Brötchen mit einem Schoggistengel, anschliessend ein dick
belegtes selbstgemachtes Sandwich begleitet von einem kühlen Bier. Die Weiterfahrt von Luzern mit dem Postauto führte die Gruppe
Reiselustiger nach Sattel vor die Talstation der ersten Drehgondelbahn der Welt - Stuckli Rondo. Diese Sinnesfahrt hinauf zum Mostelberg
genossen wir drehend, um die eigene Achse, unterstützt mit einem frischen Bier. Danach startete das Programm so richtig durch. Zu aller
erst ein frisches Stück Kuchen und Rahm begleitet von einem Kaffee, als Abschluss ein grosser Tropfen Honigkräuter und weitere Sinne wurden
dadurch positiv stimuliert ...
Anschliessend nach wenigen Schritten erreichten wir die neue Hängebrücke - Raiffeisen-Skywalk, welche in nur gerade vier Monaten erstellt
wurde und seit dem 15. Juli den Besuchern als schwindelerregende Touristenattraktion der Sonderklasse zur Verfügung steht. Die 374 Meter
lange Fussgängerhängebrücke, zur Zeit die längste in Europa, führt den Betreter in rund 50 Metern Höhe über das Lauitobel und darf von bis
zu 1050 Personen gleichzeitig betreten werden. Wir waren nur gerade sieben Personen und zu jenem Zeitpunkt alleine auf der Brücke und konnten
daher dieses ganz spezielle Kribbeln so richtig geniessen... Nach dem Schwindel folgte der Geschwindigkeitsrausch auf der leider nicht sehr
langen Rodelbahn auf dem Mostelberg. Und schlussendlich hiess es endlich, nicht ohne nochmals einen Honigkräuter zur Stärkung einzunehmen,
Rucksack aufnehmen und die Wanderung beginnen.
Die Sonne erwärmte die noch kalte Beinmuskulatur und schon nach rund 30 Minuten Wanderung erreichten wir die Engelstockweid. Der deftige
Alpkäse mit einem frischen Bier vom Kloster Einsiedeln belohnten die Wanderer. Nun, bisher war die Wanderung eher kurz und gemütlich, doch
der nächste Teil brachte uns nach rund einer Stunde zum Mittagshalt. Aussicht auf die Mythen-Berge und die tiefer gelegenen Seen, zum
mitgebrachten Essen einen guten Schluck Rotwein vom Geburtstagskind und warme Sonnenstrahlen bei stahlblauem Himmel, was möchte man noch
mehr? Aber sicher, einen guten Kaffee, den haben wir beim nächsten Halt, Aussichtspunkt Haggeneck, mit viel frischem Rahm und leicht mit
A... versetzt eingenommen.
Wer derart gut genährt unterwegs ist, darf ruhig davon ausgehen, dass noch weitere Überraschungen anstehen. Das nächste Teilstück hinüber
zur Holzegg, am Fusse des Grossen Mythen wäre eigentlich nicht besonders beschwerlich gewesen, hätte unser Reiseführer nicht noch einen
kurzen Zwischenhalt in der kleinen Alpwirtschaft "Zwyschet Mytha" eingelegt. Dort wird der berühmte Muchelikaffi Röbi serviert. Man behauptet,
dass man(n) nicht mehr als zwei bis drei dieser Getränke verträgt, ansonsten wird der Rausch die Sinne vollständig vernebeln.
Gestärkt oder eher geschwächt - wie auch immer, noch stand uns der Schlussaufstieg zu unserem Nachtlager bevor. Mit leicht weichen Beinen,
jedoch mit bester Laune griffen wir die 180 Meter Höhendifferenz über die Holzegg, Stäglerenegg hinauf zur Rotenfluh mutig an. Der Puls
schlug eindeutig höher, der Atem ging nicht immer gleich einfach durch die Lungenflügel, der Schweiss tränkte die Kleidung und die müden
Beine freuten sich auf den Gipfeltrunk.
Die Mythenregion hielt uns an diesem Wochenende ganz im Banne des schönen Wetters. So konnten wir denn auch ohne Probleme, oben auf 1571 Metern
Höhe, hoch über der Stadt Schwyz, seinen Kanton betrachten und herzhaft anstossen. Wir erinnern uns nochmals an die Packliste, kleines Badetuch
und Badehose! So kam es, dass sich die Turner auf dem Gipfel in die Badehose stürzten, ein Gruppenfoto erstellten und den kurzen Weg hinunter
zur Alp Rotenfluh mehr rennend als marschierend, quasi als Schlussspurt, unter die Beine nahmen.
Auf der Alp Rotenfluh erwartete uns eine grosse Holzbar, welche in Zentrum einen grossen Pool beherbergte. Gut, die Wassertemperatur von
15 Grad lud gerade zu ein, sich mit der Unterstützung eines grosses Glas Kaffee mit Zusatz (1 ½ Liter) und sieben Röhrchen dieser
Herausforderung zu stellen. Ein grosser aufgeblasener Wassersitz, erst erstaunte und fröhliche Kinder und später gar noch eine schwangere
Frau, die unbedingt auf dem Sitzkissen, mitten im Pool, eine Runde drehen wollte ... rundeten diesen Badeplausch auf 1700 Meter bestens ab.
Das Nachtessen wurde uns von der Pächterin Ruth Fuster gleich persönlich serviert. Ausgezeichnete und frisch zubereitete Zutaten aus der
Mythenregion, serviert mit einem grossen Lächeln und viel Gastfreundschaft, bedeutete gleichzeitig den Start ins Abendprogramm.
Übernachtet wurde im nahe gelegenen Massenlager der Skihütte Rotenfluh. Die bevorstehende Nacht sollte jedoch nicht sehr lange andauern, denn
bereits um 05:30 läutete der Wecker und wenige Minuten später wurde das Power-Frühstück serviert.
Mit Leichtausrüstung, warmem Pullover, Fotoapparat und einigen Nachtlämpchen marschierten wir zum Startpunkt auf die Holzegg, um von dort den
Grossen Mythen zu besteigen. 500 Höhenmeter, die ersten Lichter der Morgendämmerung und der schmale Weg führten uns hinauf auf den Grossen Mythen.
Für einige war die Besteigung des Mythen, gleichzeitig auch die Besteigung des grössten Berges ihres Lebens ... Der Sonnenaufgang der uns an
diesem Morgen vorgeführt wurde, entschädigte jedoch alle Mühen und Strapazen und wie es sich gehört, natürlich auch der Gipfeltrunk, serviert
mit frischen Nuss- resp. Mandelgipfeln des Hüttenwartes.
Während wir uns wieder hinunter in Richtung Holzegg und Alp Rotenfluh machten, kreuzten uns noch viele Wanderer, die erst den Aufstieg begonnen
hatten. So auch jenen passionierten Wanderer, der diesen Aufstieg bereits über 1500 Mal durchgeführt hatte!
Zurück in unserer Unterkunft erwarteten uns die Spätaufsteher bereits am reichhaltig gedeckten Frühstückstisch. Der zweite Tag brachte weitere
Erfahrungen zum Motto "Rausch der Sinne". Erst das grosse "Abchillen" auf der Terasse der Sonnenhütte, bequem auf dem grossen Ledersofa. Unter
dem Sonnenschirm verzehrten wir die aufgetischten frischen Käse- und Wurstspezialitäten der Region. Nach weiteren kurzen Wanderungen erreichten
wir das Ibergeregg, wo uns die Busfahrerin mit viel Fingenspitzengefühl auf der engen und kurvenreichen Strasse hinunter nach Schwyz brachte.
Schwieriger war es vermutlich für jene, die den Weg hinauf zur Ibergeregg vor sich hatten und sichtlich überfordert mit den engen
Strassenverhältnissen waren!
Von Schwyz ging die Reise weiter nach Brunnen zum Mittagessen in der Pizzeria Bacco - eine weitere Empfehlung an die Sinne, den der Chef kocht
persönlich am Tisch! Um das Dessert in Angriff zu nehmen, stiegen wir nochmals in den Bus und fuhren nach Morschach für den vorletzten Höhepunkt
zum Motto "Rausch der Sinne". Wieder sollte es den Geschwindigkeitsrausch betreffen, GoKart mit Strom, auf einem Rundkurs mit rund 60 Km schnell
die Kurven kratzen ... In der Rennpause einen Coup geniessen und gleich nochmals eine Runde à 8 Minuten absolvieren, um den schnellsten Fahrer
zu ermitteln. Alles unter der Kontrolle des Pistenchefs sowie der Elektronik zur Rundenzeitenmessung.
Gerade rechtzeitig nach der Zieldurchfahrt erreichten wir den Bus zurück nach Brunnen, wo uns der zur Zeit schnellste Raddampfer Europas "Gallia",
generalsaniert im Jahre 2004, gemütlich während rund 3 Stunden nach Luzern schipperte. Das Nachtessen im 1. Klasse Deck aufgetischt und späte das
Dessert auf dem Sonnendeck serviert, genossen wir die letzten Blicke auf den Grossen Mythen.
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| Die Teilnehmer danken dem Organisator Jürg Gutzwiller ganz herzlich für die tolle Organisation und einige freuen sich bereits auf die nächste Turnfahrt vom 10. und 11. September 2011 ... |
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