Chinesisch in China ....

Ich habe beinahe 10 Monate in China verbracht. Während mehrerer Monate habe ich versucht, mir die ersten Grundkenntnisse der chinesischen Sprache und Schrift anzueignen. Wie mir von meinen zahlreichen chinesischen Freunden auch versichert wurde, habe ich dies mit einigem Erfolg auch geschafft. Doch noch immer fehlen mindestens 12-24 Monate intensiver Weiterbildung, um dieses Land und seine Leute wirklich verstehen zu können. Eines ist jedoch sicher, es war eine phantastische Zeit.

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Name: Jürg
Standort: Binningen, Baselland, Switzerland

15 April 2007

Yunnan - Xishuangbanna - das Wasserfest ...

Die Hauptattraktion der Neujahrsfestlichkeiten bildet jedoch das Wasserfest.

Ich habe bereits vieles an Neujahresaktivitaeten erlebt, sei dies nun in Europa, Suedamerika oder China. Doch das Wasserfest von Xishuangbanna ist wohl der absolute Hoehepunkt meiner Erfahrungen zum Jahreswechsel.

Folgende Ueberschriften wuerden wohl in unserer Presse erscheinen
  • "Eine Stadt im Ausnahmezustand ..."
  • "umherstreifende Banden fuehren einen unerbittlichen Strassenkampf ..."
  • "den verantwortlichen Fuehrungsmitgliedern der einzelnen Voelkergruppen wird der Kopf gewaschen ..."
  • "auslaendische Touristen werden von der Bevoelkerung angegriffen und beschossen ..."
  • "die Bewohner sind bis auf die Zaehne bewaffnet und schiessen wild um sich herum ..."
Doch nun der Reihe nach ...

Am Neujahrestag in der Fruehe ziehen die Menschen an das Ufer des Mekong, um das wertvolle Wasser zur Reinigung zu schoepfen. Dieses Wasser wird anschliessend in den Feuerwehrloeschfahrzeugen zum Hauptplatz gefuehrt.

Auf der grossen Buehne beginnt schliesslich um 10:00 Uhr der offizielle Festakt. Die verschiedenen Stammesvertreter erhalten die Moeglichkeit vor ihren anwesenden Volksleuten eine kurze Rede zu halten. Um 11:00 Uhr wird schliesslich das Wasser des Mekong mit den grossen Druckschlaeuchen der Feuerwehrfahrzeuge erst ueber die Buehne und anschliessend ueber die anwesenden Zuschauer versprueht. "Der Akt der Reinigung hat begonnen!"

Nach diesem Prozedere steigen die Volksvertreter hinunter und nehmen Platz auf einem kleinen Stuhl der mit zwei langen Bambusstaeben auf den Schultern von vier Maennern getragen wird.

Es beginnt der 2. Akt der "Reinigung" ...

Die Wuerdentraeger werden auf dem grossen Platz, im Schlepptau mehrere Volksleute in den entsprechenden Trachten, umhergefuehrt. Nun haben alle Anwesenden die Moeglichkeit diese mit Wasser, entweder aus Eimern, kleinen Kuebeln oder aber viel moderner mit kleinen, mittleren oder gar grossen Wasserpistolen zu bespritzen!!!

Und diese Gelegenheit wird mit grosser Freude ausgenutzt. Wobei die Volksvertreter dieses Spektakel auf die unterschiedlichste Art und Weise "geniessen".

Obwohl die eigentliche Hauptzeremonie noch nicht einmal richtig begonnen hatte, nutzen die Menschen in den Strassen die Gelegenheit sich mit Wasser zu bespritzen. Und damit dieses Vergnuegen nicht an Wassermangel fruehzeit ein Ende findet, haben die Stadtbehoerden an allen moeglichen Orten Wasserschlaeuche oder sich selbst nachfuellende Wasserkuebel installiert.

Wie haben wir beide diesen Anlass erlebt? Und warum die Schlagzeilen zu Beginn der Reportage?

Als wir das Hotel verliessen und die ersten Schritte auf die Strassen wagten, wurde uns schnell bewusst, dass wir uns schnell moeglichst mit der entsprechenden "Bewaffnung" auszuruesten haben.

Wir hatten uns kaum "bewaffnet", wurden wir bereits unter Beschuss genommen. Dieses Verhalten aenderte sich waehrend den naechsten drei Stunden nicht mehr. Unser Weg zum Hauptplatz wurde fuer uns zum Spiessrutenlauf.

Wir beide einerseits als Auslaender andererseits gut sichtbar entweder durch meine Groesse oder aber durch die blonden Haare, man erkannte uns! Und diese einzigartige Gelegenheit mussten die Bewohner ausnutzen und uns reichlich mit Wasser zu bespritzen und zu "reinigen"...

Triefend nass erreichten wir schliesslich den Hauptplatz, gerade rechtzeitig um bespritzt zu werden ....

Nachdem die Wuerdentraeger gereinigt waren, zogen die einzelnen Volksgruppen mit ihren Stuehlen quer durch die Stadt, um weitere wichtige Persoenlichkeiten zu besuchen und diese auf dem Stuhl Platz nehmen zu lassen. Dabei wurden diese kleinen Gruppen selbst das Opfer der "Reinigung" ...


Als wir nach drei Stunden Strassenschlacht wieder in unser Hotel zurueckkehrten, triefend nass und leicht unterkuehlt, konnten wir die weiteren Strassenschlachten aus sicherer Entfernen beobachten...

Der Akt der Reinigung dauerte noch weitere zwei Stunden, dabei wurden viele hundert Menschen innert kuerzester Zeit voellig durchnaesst. Schlimmer erging es jedoch jenen Menschen, die sich sicher in ihren Fahrzeugen fuehlten und dabei vergessen hatten, dieses von innen her zu verriegeln. - Schreckliche, gleichzeitig aber auch sehr amuesante Bilder ....

Dies gilt uebrigens auch fuer jene Fahrgaeste, die mit dem Taxi unterwegs waren ...

Wir haben in China nun zum dritten Mal Neues Jahr gefeiert. Jedes Mal auf eine andere Art. Keine war jedoch derart eindruecklich wie das Wasserfest von Xishuangbanna.

Yunnan - Xishuangbanna - das Feuerwerk ...

Die Feierlichkeiten rund um das Neujahr hier in der Region Xishangbanna beinhalten das Versenden eines kleinen Kerzenschiffchen auf dem Mekong.

Doch just bevor um 20:00 Uhr dieses Prozedere von den vielen anwesenden Menschen durchgefuehrt werden konnte, brach ein sintflutartiger Regenbruch ueber die Stadt nieder. Viele der von den Einwohnern hergestellten Lampions wurden das Opfer des Regens. Der ganze Strand war uebersaeht mit zerstoerten Lampions. Viele Stunden der Arbeit und die Moeglichkeit, ein wenig Geld zu verdienen wurden innert Minuten brutal zerstoert.

Es dauerte rund 30 Minuten, bis sich das Wetter wieder soweit beruhigt hatte, dass die Menschen zurueck an den Strand eilten, um doch noch ihren Wunsch auf dem Mekong loszuschicken. Auch wir haben unseren kleinen Wunsch auf den Weg geschickt und die ganze Ambience war wirklich "verzaubernd".

Wie es sich fuer ein Neujahrsfest gehoert wurde auch ein Feuerwerk abgefeuert. Beinahe 40 Minuten wurde der naechtliche Himmel von den chinesischen Feuerwerkskoerpern erhellt. Und waehrend sich die Lampions ruhig den Fluss hinuntertreiben liessen und das Feuerwerk kontinuierlich die schoensten Bilder in den Himmel zauberten, wurde der Himmel ploetzlich auch von weiteren "Flugkoerpern" erhellt.


Selbstgebastelte Heissluftballone stiegen langsam in den Himmel auf.

Erst nur einige vereinzelte, doch schliesslich mehrere hundert dieser eigentuemlichen Lampions erhellten den Himmel und liessen den ganzen Anlass zu etwas ganz Speziellem werden. Nicht alle der selbstgebastelten Himmelskoerper hatten das Glueck in die dunkle Nacht zu entschwinden.

Einzelne unter ihnen wurden bereits nach wenigen Metern des Aufstiegs ein Raub der Flammen. Doch wir hoffen beide, dass ungeachtet dieser Tatsache, moeglichst viele der Wuensche fuer diese Bewohner in Erfuellung gehen werden ...

Schliesslich wurde der Strand waehrend mehrerer Minuten durch grosse Vulkanausbrueche, die gleich zu Dutzenden gezuendet wurden, erhellt.

Doch der grosse Hoehepunkt folgte als Gemeinschaftswerk von Vielen. Ueber kleinen Feuerstellen wurden 4-6 Meter grosse Heissluftballone langsam aufgeblasen. Die aus einem pergamentartigen Material bestehenden Objekte stiegen schliesslich majestaetisch ruhig hinauf in die Dunkelheit ...

Als wir uns schliesslich langsam auf den Heimweg machten, folgte jenes Ereignis, welches diesem wunderschoenen Anlass nicht gerecht wurde, eine erneute Regenschauer liess die vielen Hundert Besucher schnell wieder die schuetzenden Orte aufsuchen ....



Yunnan - Xishuangbanna - das Bootrennen ...

Zwischen 12:00 Uhr und 17:00 Uhr sollten die spannenden Bootrennen auf dem Mekong durchgefuehrt werden. Tausende von Menschen stroemten auf die kleine Landzunge und die eigens dafuer vorbereitete Flaniermeile. Es wurde alles geboten, von Essstaenden mit exotischen Nahrungsmitteln, Ballwurfspielen um kleine oder groessere Preise zu gewinnen, Verkaufsstaenden und den ueblichen Bemuehungen, den einen oder anderen Yuan vom Besucher zu verdienen.


Endlich begannen auch die Vorbereitungen zum Renntag. Die Boote wurden zu Wasser gelassen, die Teams, Frauen- resp. Maennermannschaften bestiegen ihre Boote und uebten sich mit den ersten Trainingsfahrten. Jedes Boot besitzt zwischen 60 -80 Personen, wobei rund 10 Personen mit dem Steuern und dem entleeren beschaeftigt sind!!!

Das Rennen ...
Wir haben schon viele spannende und packende Rennen gesehen, doch die Bootrennen hier auf dem Mekong waren nun wirklich das Beste. Synchronitaet in Perfektion, Hochleistungssport sowohl von den Frauen- wie auch von den Maennerteams und dies alles in einem rund 25 Meter langen Holzstueck, gerade so breit, dass zwei Personen nebeneinander sitzen koennen.

Leider meinte es das Wetter nicht ganz so gut mit dem Anlass. Bereits nach zwei Stunden oeffneten sich die Schleussen des Himmels und wie es fuer uns den Anschein machte, wurden die Rennen vorzeitig beendet.

Waehrend die Helden der Boote noch mit dem Rennen beschaeftigt waren und die Zuschauer sich schuetzend unter die behelfsmaessigen Daecher stellten, machten sich viele der Besucher auf den Nachhauseweg.Schliesslich wollten alle den Abend nicht verpassen, das grosse Feuerwerk, wie auch die Lampions auf dem Wasser sollten diesen ersten Feiertag zum Neujahr abschliessen ....

14 April 2007

Yunnan - Xishuangbanna ...

Der Abschluss unserer vier woechigen Reise, quer durch den Yunnan, bildet die Region Xishuangbanna. Nicht nur, dass diese Region ueber 20 verschiedene Groupierungen von unterschiedlichen Rassen beherbert, nein auch liegt diese Region direkt am Mekong und zaehlt somit zu den subtropischen Gebieten von China.

Kurz vor Abflug vom Flughafen Dali nach Xishuangbanna, resp. Jinghong, wurde das einsame Flugfeld von einem heftigen Gewitter heimgesucht.

Wie es sich jedoch fuer die Luftgesellschaft "Lucky Air" gehoert, konnte die verspaetete Landung und auch unser Start bei trockenen Bedingungen durchgefuehrt werden!




Wir erreichten Jinghong spaet am Abend ohne eine Unterkunft reserviert zu haben. Warum nicht?

Im Gegensatz zu den touristischen Orten wie Lijiang und Dali zaehlt die Region Xishuangbanna noch zu den touristischen Nebenschauplaetzen von China. Einzig die Woche um das Wochenende vom 13. und 14. April jedes Jahres ist in den Tourismusbroschueren erwaehnt.

Da die Region sehr nahe zu den Laendern Laos, Burma und Vietnam liegt und viele Einwohner von der thailaendischen Bevoelkerung abstammen, wird hier das beruehmte Wasserfest als Neujahrsfest gefeiert.

Der folgende Nachmittag begann deshalb mit der Praesentation der einzelnen Minoritaeten. Farbenpraechtige oder aber sehr einfache Kostueme wurden von den einzelnen Voelkergruppen waehrend des Umzuges gezeigt.

Nach dem alle Gruppen vorbeigezogen waren, folgte der beruehmte "Werbetross". In der Tour-de-France im Vorfeld, hier als Abschluss konnten sich die einzelnen Sponsoren, stellvertretend fuer die Voelkergruppen praesentieren. Beinahe zu komisch ...


Nach diesem farbenfrohen Umzug zogen die Menschen an das Uffer des Mekong ...

Yunnan - Dali, die naechste Station ...

Nach unserem Ausflug in das Touristenzentrum Lijiang folgte die Weiterreise per Abendbus nach Dali.


Dali eine Kulturstadt des Buddhismus und auf dem besten Weg eine identische Entwicklung zu beginnen, wie die rund 200 km entfernte Nachbarstadt Lijiang.



Rund um die drei beruehmten Pagoden, die bei schoenem Wetter beinahe weiss schimmern, wurde ein riesiges Buddhismus-Zentrum erschaffen.





Und waehrend das neue Zentrum noch voellig neu und beinahe "ungebraucht" erstrahlt, muehen sich einzelne Menschen in den frueheren Aufschuettungen, auf der Suche nach noch zu verwendbaren Steinen, ab. Die Steine, einzeln mit Schaufel und Pickel aus dem Erdreich befreit, werden anschliessend an die lokalen Bauunternehmungen fuer wenig Geld verkauft.

Und dort, wo die ehemaligen Steinruinen einfach zu gross sind, die Steine auch nicht mehr weiterverwendet werden koennen, werden diese direkt mit den Steinmuehlemaschinen zu Sand, resp. Sandstaub zermahlen und ebenfalls an die Bauunternehmungen verkauft. Weitere Beispiele, wie ein Land, seinen Bewohnern die Gelegenheit gibt zu arbeiten und dabei eine beinahe 100% Recyclingquote erreicht ....


Wie bereits in Lijiang waren wir auch in Dali nicht per Fuss, sondern auch mit dem Velo unterwegs. Unsere Velotour fuehrte uns entlang des riesigen Sees und wir haetten auch die Rundfahrt abgeschlossen, haette nicht das grosse Gewitter, welches schliesslich drei Tage andauerte, dies verhindert!

Die Landschaft rund um Dali ist ebenfalls fast vollstaendig der Landwirtschaft gewidmet. Ueberall wird auf den Feldern gearbeitet. Wir haben nur einen einzigen Traktor auf unserer rund 50 km langen Fahrt durch die Gegend gesehen.




Die erste Ernte ist bereits abgeschlossen und man kann bereits die neuen Setzlinge betrachten, die mit ihrer intensiven gruenen Farbe beinahe das Auge blenden.

Apropos Tourismus! Die organisierten Reisen fuer die chinesischen Touristen fuehren ueberall an die selben Orte, wo einst nichts war, existiert heute eine Strasse mit Verkaufslaeden und kleinen Imbisslokalen. Wer moechte schon auf der langen Fahrt zwischen den einzelnen Sehenswuerdigkeiten Hunger und Durst leiden!

Und da Dali wie auch Lijiang an den zukuenftigen Tourismus und das damit verbundene Potential glauben, werden bereits heute richtige Strassen gebaut. Vierspurig fuer jede Fahrtrichtung ...


Es ist kaum zu glauben, trotzdem profitieren nur sehr wenige Leute von diesen Exzessen. Die meisten Menschen der Region sind mit der Landwirtschaft vollumfaenglich, beinahe 24 Stunden am Tag und waehrend sieben Tagen in der Woche, beschaeftigt.


Ach ja, Dali ist beruehmt fuer seine Steinbilder. Steinplatten werden mit der Schleifmaschine sorgfaeltig bearbeitet. Sichtbar werden dabei die Reliefe der Gegend oder aber wichtige Symbole der chinesischen Kultur. Wahre Meisterwerke, die in den Hinterhoefen der Verkaufslaeden hergestellt werden!

Bild folgt in Kuerze...


11 April 2007

Yunnan - Wanderung entlang des Yangzi-River

unseren touristischen Aufenthalt in Lijiang nutzten wir ebenfalls fuer eine "kleine" Wanderung entlang des beruehmten Yangzi-Flusses. Vor allem die Schlucht rund um Hutiao Xia (Tiger Leaping Gorge) interessierte uns.



Mit dem Bus zwei Stunden zum Start unserer Wanderung auf 1800 M, anschliessend eine Hoehenwanderung mit einem Aufstieg bis auf 2660 M und hinunter zum Nachtlager auf 2410 M. Eine absolut eindrueckliche Landschaft rechts und links des Flusses sowie die hohen Berge bis auf 5600 M entschaedigten fuer die Strapazen des ersten Tages.

Waehrend unserer Wanderung konnten wir die Landwirtschaft, sprich Bergwirtschaft beobachten und bestaunen. Sehr gepflegt, in einem satten gruen und viele der muehsam angelegten Terassenanlagen bereit zur Ernte, liess uns ebenfalls die Muehen vergessen.

Unsere geplante Route konnten wir am naechsten Tag leider nicht beenden, da zu dieser Jahreszeit der einzige Bus, der uns nach Lijian zurueck gebracht haette, nicht in Betrieb war.


So haben wir uns kurzerhand entschlossen, statt entlang des Flusses zu laufen, hinab in die Schlucht zu steigen und uns den Fluss aus allernaechster Naehe anzusehen.

Zwei Tage Natur pur eine wirkliche Freude!

Schade, dass uns die Rueckfahrt durch die wunderbaren Taeler nur zurueck in die Touristenstadt gefuehrt hat ...

03 April 2007

Yunnan - Lijiang, unser naechstes Reiseziel ...

Anschliessend an unsere Busfahrt von Yuanyang, einem halben Tag Aufenthalt in Kunming, flogen wir nach Lijiang. Lijiang wird im Reisefuehrer als das Chinesische Touristenzentrum Nr. 1 bezeichnet.


Keine Stadt in China hat es in derart kurzer Zeit geschafft, dass saemtliche Bewohner aus der Altstadt ihre Wohnungen und Haeuser an externe Ladenbesitzer vermietet haben, wie die einstigen Bewohner von Lijiang.



Was einst eine kleine, wunderschoene Altstadt mit vielen Ecken und Kanten war, ist heute ein absolutes Mekka der modernen Marktwirtschaft. Kein Haus, kein Platz an dem nicht irgendetwas an die zahlreichen Touristen verkauft wird. Einfach unglaublich!!!!

Stuendlich werden ganze Busladungen mit chinesischen Touristen an den beiden Eingangsportalen ausgeladen und durch die engen Gassen geschleusst.



Und waehrend das Geld fuer die Massenware ueber die Ladentische wandert, bewegen sich die Arbeiterinnen mit ihrer schweren Last zur naechsten Baustelle. Schliesslich existieren noch immer kleine Flecken, die noch nicht renoviert, resp. umgebaut sind. Ziel: noch ein weiterer Verkaufsstand zum Wohl des Tourismus!!!


Und wer glaubt, dass dies nur am Tag so ist, der sei bereits jetzt darauf aufmerksam gemacht, die Ladenoeffnungszeiten von 09:00 bis 23:30 lassen klar erkennen, dass die Marktwirtschaft in China nicht schlaefft...


Laute Discomusik, tanzende Menschen, rote Beleuchtung (nein, nicht diese "rote" Beleuchtung) locken die Touristen bis in die Nacht in die Altstadt, um auch noch den letzten Yuan aus der Tasche zu locken.


Verlaesst man das Zentrum, sprich die Altstadt und faehrt mit dem Velo aufs Land, so entdeckt man die zweite Seite dieser Region. Landwirtschaft pur!

Handarbeit made a la China!


Keine Last zu schwer, um nicht von Menschenhand bewegt oder transportiert zu werden. Und dies alles bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von rund 2000 Yuan (~200 Euro) ...

Ja, die Provinz Yunnan, ein Fleck Erde, der den westlichen Touristen zum Erstaunen bringt ...


Yunnan - Yuanyang und die Menschen ...

Die Reise quer durch die Reisfelder zeigte uns auch immer wieder die verschiedenen Facetten des Lebens in dieser Region. Innerhalb einer Fahrtstunde bewegt man sich von 1800 Meter entweder hinunter auf rund 300 Meter und danach wieder hinauf auf 1800 Meter oder aber man bewegt sich entlang des Berges, wie auf einem Hoehenweg.

Und obwohl es zur Zeit kaum Arbeit in der Region gibt, sind die Menschen laufend beschaeftigt. Entweder mit sich selbst, rauchend und leider auch trinkend in einer stillen Ecke, gemeinsam bei einem Spiel auf dem Dorfplatz, verhandelnd beim Kauf auf dem Markt oder aber auf dem Heimweg.




Waehrend unseres Aufenthaltes in Yuanyang haben wir auch die Bekanntschaft mit zwei Hongkong-Chinesen gemacht. Gemeinsam haben wir die lokalen Maerkte und Sonnenuntergaenge besucht und bewundert.


Dass die Menschen hier erfinderisch sind und mit einfachen Mitteln arbeiten konnten wir tagtaeglich beobachten. Hier nur ein kleines Beispiel fuer den Erfindungsreichtum ...


Ein kleiner Abstecher mitten auf den Schulhausplatz einer Primarschule fuehrte uns mitten in die Pausenaktivitaeten der rund 1000 Schuelerinnen und Schueler. Puenktlich zur Pause wird die Musik (Mao's Tanz zum Sonnenaufgang) mit einer einfachen Stereoanlage, deren Boxen vor dem Mikrofon standen, auf die Lautsprecher des Pausenplatzes verteilt.

Und schon bewegt sich die Masse...


Drei Wiederholungen, eine kurze Information zum weiteren Tagesablauf und endlich folgt die verdiente Pause.

Ach ja, die Schulstunden (Blockzeiten) beginnen um 08:00 Uhr bis 12:30, von 14:00 bis 17:00 und Abends nochmals zwei Stunden bis 21:00 Uhr. Die grosszuegigen Pausen von 20 Minuten werden entsprechend der Tageszeit auch fuer die "globale" Bewegung genutzt.

01 April 2007

Yunnan - Yuanyang und die Reisfelder

Yunnan und vor allem die Gegend um Yuanyang ist bekannt fuer ihre grossen Reisfelder. Im Gegensatz zu den uebrigen Gegenden in China in denen Reis angepflanzt wird, liegt Yuanyang auf rund 1800 Meter ueber Meer. Aus diesem Grund sind die Reisfelder auch terassenartig angelegt.

Kurz nach unserer Ankunft erhielten wir von einem sehr netten Taxifahrer die ersten Informationen, wo die besten Plaetze fuer Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu beobachten sind.

Ausgeruestet mit der entsprechenden Karte (ein A4 Blatt, Englisch, Chinesisch und sogar Franzoesisch) wurden wir am naechsten Morgen bereits um 06:00 Uhr vor unserer Unterkunft abgeholt. Die Fahrt in der Dunkelheit liess bereits das Leben dieser Gegend erkennen. Nicht nur dass sich die Menschen in die Reisfelder bewegten, die Schulkinder bereits auf dem Weg zur Schule waren, nein wir konnten auch viele Menschen beobachten, die sich als Laeufer der Nacht betaetigten.

Wie es sich gehoert, waren wir nicht die einzigen Menschen, die sich fuer den Sonnenaufgang in den Reisfeldern interessierten.


Ausgeruestet mit unzaehligen Fotoapparaten und sonstigen Ausruestungsgegenstaenden warteten mehrere Dutzend Menschen auf das grosse Spektakel ...


Doch der heutige Morgen brachte nicht die grossartigen Bilder, die man eigentlich erwarten kann. Zu viel Morgendunst, immer wieder Nebelschwaden, die ueber die Reisfelder zogen und grosse Wolken, die die Sicht massiv einschraenkten.

Die anschliessenden Stunden verbrachten wir mit unserem Reisefuehrer in den verschiedenen Reisfeldern rund um Yuanyang.


Zur Zeit befinden sich kaum Menschen in den weitlaeufigen Anlagen. Die letzte Ernte Ende Februar, Anfangs Maerz ist abgeschlossen und die Einwohner verlassen die Gegend, um andernorts Arbeit zu finden. Die wenigen Menschen, die zurueckbleiben, kuemmern sich um die Setzlinge, pfluegen mit einigen Ochsen die bereits langsam ausgetockneten Anlagen oder reparieren an den Terassen.


Oder aber sie pflegen und ernten in den fuer China ebenso bekannten Gruenteeanpflanzungen.
Nach weiteren Stunden in den weitlaeufigen Anlagen fuhren wir zurueck in die Stadt. Kurz etwas essen, umziehen und sich fuer den Abendausflug, sprich Sonnenuntergang vorbereiten. Bereits um 16:00 Uhr wurden wir wieder abgeholt. Die stuendige Fahrt fuehrte uns an einen wunderbaren Platz mit Sicht auf die Terassen.


Die naechsten zwei Stunden konnten wir dieses Naturschauspiel beobachten, bevor sich die Nacht ueber das Tal legte und die Dunkelheit uns vollstaendig umschloss.

Bewegt von diesen Bildern haben wir uns entschlossen, dieses grossartige Erlebnis nochmals an einem anderen Ort zu geniessen.


Per Zufall erhielten wir sogar nochmals die Gelegenheit, den zweiten Ort mit Chinesen aus Hongkong, mitten in den Reisfeldern zu beobachten.


Die Reisfelder in Yuanyang, ein grossartiges Erlebniss auf unserer Reise quer durch den Yunnan.